Vorsitzender Arnd Milberg

Vorsitzender Arnd Milberg

„Das Wir-Gefühl entwickeln“

Gespräch mit dem W.E.T.-Vorsitzenden Arnd Milberg

Die Mitgliederversammlung im März vergangenen Jahres war ja durchaus kontrovers und im Ergebnis wurde ein neuer Vorstand gewählt, dessen 1. Vorsitzender Du bist. Ihr seid erst wenige Monate im Amt – wie fällt Deine Zwischenbilanz aus? Alles besser als zuvor?

A.M.: Eine wirkliche Zwischenbilanz kann ich nach den ersten zehn Monaten noch nicht aufstellen und ich will auch nicht einfach behaupten, dass alles besser läuft als zuvor. Eines jedoch kann man guten Gewissens festhalten: der neue Vorstand arbeitet anders als bisher, nämlich wirklich als Team und in der Zielsetzung, den vorgefundenen Vereinsbetrieb zu ordnen und transparent zu machen. Für die Führung der Geschäftstelle konnten wir Hansi Greggersen gewinnen mit dem Erfolg, dass heute unser Mitgliederbestand aktuell erfasst und das Belegwesen gut geordnet ist. Darin sehe ich einen echten Fortschritt, das ist wichtig für den Verein. Zu einer Zwischenbilanz gehört natürlich auch der Umbau des Vereinshauses, aber das ist in Teilen selbstverständlich auch noch Gegenstand der Diskussion auf der kommenden Mitgliederversammlung. In diesem Heft gibt es dazu einen ersten Vorschlag.

Was sind aus Deiner Sicht die wichtigsten aktuellen Themen im Blick auf die Vereinsentwicklung des nächsten Jahres?

A.M.: Ich meine, wir müssen uns bemühen, ein „Wir-Gefühl“ bei allen W.E.T.-Mitgliedern zu entwickeln. Teilweise sehe ich noch ein zu starkes Abteilungsdenken, was dann gelegentlich zu Neid und Konkurrenz, Misstrauen oder Frust führen kann. Mein Eindruck ist, dass sich viele Mitglieder untereinander gar nicht kennen, vielleicht   noch nicht einmal die eigene Sparte. Hier sollten wir Veränderungen schaffen – Ideen und Vorschläge dazu sind willkommen. Wichtig für die Zukunft des Vereins ist natürlich ein breites Angebot an Sportarten für jede Altersgruppe. In dieser Hinsicht ist der W.E.T. bereits gut aufgestellt, insbesondere durch den hohen Einsatz und die Arbeitsfreude der Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Damit sollten wir aus Sicht des Vorstandes auch mehr in die Öffentlichkeit gehen – Eppendorf soll sehen, was der W.E.T. für den Stadtteil leistet.

Ein zentraler Kritikpunkt an der Arbeit des vergangenen Vorstandes war dessen mangelnde Transparenz, insbesondere auch hinsichtlich der Finanzen. Was habt Ihr geändert, haben die Vereinsmitglieder jetzt mehr Durchblick als vorher?

A.M.: Wir lassen die Buchführung von einem im Vereinsrecht erfahrenen Steuerberater machen. Kontierung und Zahlungsverkehr erledigt unser Schatzmeister, Uli Feist, mit hohem Sachverstand prompt und zuverlässig. Aber, ehrlich gesagt, die Mitglieder wissen tagesaktuell natürlich nicht mehr als sonst in einem laufenden Jahr. Das halte ich auch nicht für das Problem. Wichtig ist uns allerdings, dass die Mitgliedschaft zur  kommenden Hauptversammlung Anfang 2010 eine klare, korrekte und nachvollziehbare Rechnungslegung bekommen wird.

Alle Vereine leben maßgeblich von der Arbeit ihrer ehrenamtlichen Aktivisten. Der W.E.T. ist im Bewusstsein vieler Mitglieder ein kleiner Verein, hat aber in Wahrheit fast 1.000 Mitglieder in unterschiedlichen Sparten mit einer sehr differenzierten Altersstruktur. Kann man den Laden in Zukunft mit zusammen noch nicht einmal 30 Abteilungs- und Übungsleitern bzw. Vorstandsmitgliedern weiter so am Laufen halten oder was müsste sich Deiner Ansicht nach ändern?

A.M.: Dass das geht, zeigt ja die Praxis. Aber, wie schon gesagt, ohne die engagierten Übungsleiterinnen, Übungsleiter, Trainer und Helfer ginge gar nichts. Sie sind das Herz, der Motor und die Seele unseres Vereins. Man muss sich doch nur einmal ansehen, was beispielsweise unsere beiden Übungsleiter im Kinder-Sport mit bald 300 Mitgliedern alles für den Verein und den Stadtteil auf die Beine stellen, das ist wirklich großartig! Ähnliches gilt für andere Sparten und deshalb ist der W.E.T. auch immer wieder in der Lage, neue Angebote zu machen. Natürlich wären wir froh, weitere Übungsleiterinnen und Übungsleiter zu finden, aber das allein ist es noch nicht. Es  muss uns ja auch gelingen, die dafür erforderlichen Räume zu beschaffen und die Kosten zu decken.

Vorschlag des Vorstandes zur Finanzierung der Umbauten

Von Uli Feist, Schatzmeister

Die Neugestaltung der Außenfassade und der Neubau der Küche mit Bartresen kann nach aktuellen Stand (15.11.09) durch vorhandene Eigenmittel, die Förderung durch den Hamburger Sportbund  (HSB), Versicherungsleistungen sowie die Inanspruchnahme von Darlehen einer Brauerei und der Haspa finanziert werden.

Zur Bedienung der Darlehen (Zins- und Tilgungsleistungen) ist es erforderlich, eine Erhöhung des Grundbeitrages vorzunehmen. Wir werden auf der Jahreshauptversammlung den Antrag stellen, für jedes Vereinsmitglied den Grundbeitrag um 1 Euro monatlich bzw. 12 Euro pro Jahr zu erhöhen.

Darüber hinaus stellt sich für uns aber die Frage, ob wir auf halbem Wege stehen bleiben oder nicht konsequenterweise die Sanitärraume (Toiletten und Duschräume) in einen zeitgemäßen Zustand versetzen, die Terrasse sanieren und sicherer machen und auch die Gasträume insgesamt neu und attraktiv gestalten sollten.

Neben der Erhöhung der Attraktivität für unsere Mitglieder insgesamt – keineswegs nur der Tennis-Sparte – sehen wir die Chance, auch Nichtmitglieder für den Besuch des Clubhauses interessieren zu können und der Gastronomie auf diese Weise Möglichkeiten zu bieten, höhere Einnahmen zu erzielen. Dies wiederum eröffnet dem Verein die Möglichkeit, höhere Pachteinnahmen zu erreichen.

Die zusätzlichen Investitionen schätzen wir auf ca. 40.000 Euro, aus unserer Sicht ein verantwortbarer und realistischer Betrag. Zur Realisierung der vorgesehenen Maßnahmen wollen wir Euch/Sie anlässlich der nächsten Mitgliederversammlung bitten, einer Umlage zuzustimmen.

Dabei wollen wir Kinder und Jugendliche sowie Studenten oder Auszubildende bis 27 Jahre ausnehmen und die Umlage nur von den Erwachsenen erheben. Weiterhin wollen wir differenzieren zwischen Tennis und den übrigen Sparten, sowie auch zwischen Einzelpersonen und Paaren. Im Einzelnen schlagen wir vor:

Tennis:               Einzelperson  150 Euro       Paare   je 135 Euro
Übrige Sparten:   Einzelperson    75 Euro       Paare   je   68 Euro

Zahlung/Einzug der Umlage zum 01.04.2010

Das ist gewiss eine erhebliche finanzielle Anstrengung für den Verein und die einzelnen Mitglieder, aber im Sinne einer vorausschauenden Vereinsplanung halten wir das für einen sinnvollen und gangbaren Weg. Die Alternative zur Umlage wäre eine Verschiebung der Maßnahme, bis der Verein wieder über ausreichende Mittel verfügt. Eine spätere Durchführung wird aller Wahrscheinlichkeit nach dann allerdings für Verein und Mitglieder teurer werden. Sollte jemand noch andere Ideen zur Finanzierung haben, möge er oder sie bitte frühzeitig auf den Vorstand zukommen

Mit diesem Kraftakt hätten wir das Clubhaus grundlegend saniert und modernisiert sowie fit gemacht für die Anforderungen der nächsten 10 bis 15 Jahre. Der Vorstand hofft auf eine breite Zustimmung.